Deutsch-Französischer Studiengang
Maschinenbau und Mechatronik

Der Deutsch-Französische Studiengang feiert 15 Jahre Doppeldiplom!

 

Im WS 1994/95, also vor mittlerweile 15 Jahren, wurden die ersten Studierenden in den von der Ecole Nationale Supérieure de Mecanique et des Microtechniques (ENSMM) Besançon und der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft gegründeten integrierten Studiengang Maschinenbau und Mechatronik  (damals noch Microtechniques pour les Transports bzw. Fahrzeugtechnologie) aufgenommen.

 
 Die Festgäste beim Besuch der Zitadelle

 

Aus Anlass dieses Ereignisses riefen die ENSMM und die Hochschule Karlsruhe am 12. Juni 2010 Studierende, Alumni, Kollegen und Mitabeiter beider Hochschulen zu einer 15-Jahr-Feier zusammen. Diesem Aufruf folgen ca. 130 Personen (s. Foto), darunter zahlreiche deutsche und französische Alumni, die sich vielfach zum ersten Male in dieser Form begegneten und bei dieser Gelegenheit Erfahrungen und Erinnerungen austauschen konnten.

 

Zum Höhepunkt der eintägigen Feierlichkeiten begaben sich die Gäste in das in der Innenstadt Besançons gelegene Regionalparlament (Conseil Régional), wo sie von Vertretern der Région Franche-Compté und dem Bürgermeister der Stadt Besançon herzlich begrüßt wurden  (s. Foto).

 

In zahlreichen Festvorträgen wurde die Kooperation zunächst von Vertretern der beteiligten Institutionen gewürdigt. Nach Prof. Fritz-Jörg Neff, der zu den Gründervätern der Kooperation gehört und der die Entwicklung des Studiengangs noch einmal Revue passieren ließ, hob Prof. Otto Iancu in seiner Eigenschaft als amtierender Viezepräsident der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) die besondere Bedeutung dieser langjährigen erfolgreichen Kooperation auch für die DFH hervor. Dies wurde anschließend durch die Reden der Rektoren, Prof. Bernard Cretin und Prof. Karl-Heinz Meisel nochmals unterstrichen. Rektor Meisel ging dabei auch insbesondere auf den zwischenmenschlichen Aspekt ein und betonte, dass der langjährige Erfolg der Kooperation, die auf immerhin ca. 150 Doppeldiplomierungen verweisen kann, nicht zuletzt den jahrelangen freundschaftlichen Beziehungen der Protagonisten zu verdanken ist.
 

In diesem Zusammenhang wurde die besondere Rolle des „Directeurs des Relations Internationals“ der ENSMM, Prof. Claude Roche, hervorgehoben, der die Kooperation über fast die gesamte Zeit hinweg auf französischer Seite vorantrieb. Rektor Meisel nahm die Gelegenheit wahr, Prof. Claude Roche in Würdigung seiner Verdienste um die Kooperation, die goldene Ehrennadel der Hochschule Karlsruhe zu verleihen, eine Ehrung die dieser sichtlich bewegt entgegennahm.


 

 

 

 
 Ein Blick in den Sitzungssaal des Conseil Régional
  

 

Von besonderem Interesse für alle Beteiligten waren die „Témoignages“ einiger Alumni des Deutsch-Französischen Studiengangs (s. Foto). Es ist beeindruckend, in welcher Vielfalt die Studierenden von der Erfahrung des Doppelabschlussprogramms profitiert haben. Nicht nur deutsch-französische, nein viele internationale Karrieren sind aus diesem Studiengang entwachsen.

 

Beispielhaft sei hier der Werdegang des ersten deutschen Doppeldiplomierten, Dipl.-Ing.(FH), Ingénieur diplôme de l’ENSMM Thomas Lorenz erwähnt. Herr Lorenz wurde im Jahre 1995 nach einem einsemestrigen Praktikum bei der Fa. Peugeot-Citroen in Sochaux in den integrierten Studiengang aufgenommen. Ohne auf die Erfahrungen von Vorgängern aufbauen zu können, schloss er 1998 mit dem Doppeldiplom ab. Dabei war, wie er in seinem Beitrag betonte, viel Pionierarbeit zu leisten, da neben der ohnehin schwierigen Anpassung an das französische Ausbildungssystem  auch noch zahlreiche administrative Schwierigkeiten zu überwinden wahren. Herr Lorenz bedankte sich in diesem Zusammenhang aber ausdrücklich für das große Maß an Verständnis und Unterstützung, das ihm in dieser Zeit durch die Professoren und Mitarbeiter der ENSMM und er HsKA widerfahren sei.

 
 Deutsche und französische Alumni nach dem Vortrag ihrer Erfahrungsberichte

 

Nach seinem Abschluss arbeitete Herr Lorenz einige Zeit beim Renault-Institut für Qualität in Köln und konnte so seine spezifische sprachliche und kulturelle deutsch-französische Kompetenz direkt umsetzen. Anschließend wechselte er zu Smart und arbeitet heute in leitender Funktion im Werk Rastatt der Daimler AG. In Kürze wird er für mindestens 3 Jahre nach Ungarn wechseln, um dort ein neues Werk aufzubauen. Zentraler Punkt wird dabei, wie er in seinem Beitrag betonte, der Aufbau einer gemeinsamen deutsch-ungarischen Arbeitsgruppe sein. Hierbei wird er sich, wie er hervorhob, sehr stark an den eigenen Erfahrungen im deutsch-französischen Studiengang orientieren, den er gewissermaßen als Modell für den Aufbau der neuen deutsch-ungarischen Kooperation sieht. Insofern wirkt sich seine deutsch-französische Doppeldiplomierung noch heute aus und dies weit über die Grenzen Deutschlands und Frankreich hinaus.

 

Nach dem Festakt und einer Besichtigung der Zitadelle (Befestigungsanlagen der alten Garnisonsstadt Besançon) hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, den Tag in einem angenehmen Rahmen bei einem Gala-Diner im „Kursaal“ der Stadt Besançon ausklingen zu lassen. Bei guten Essen, hervorragendem französischen Wein, garniert mit tänzerischen und gesanglichen Darbietungen, konnten sich die Teilnehmer in lockerer Atmosphäre nochmals intensiv austauschen. Viele neue und interessante Kontakte wurden an diesem Abend sicherlich geknüpft.

 

Zurecht wurde von allen Teilnehmern die hervorragende Organisation der Veranstaltung seitens der ENSMM gelobt und alle waren sich einig: sowas müssen wir bald wieder machen!

 

In der Hoffung auf eine weiterhin positive Entwicklung des Studiengangs dürfen wir uns also auf weitere Jubiläen dieser Art freuen!

 

Der Programmbeauftragte dankt allen Beteiligten recht herzlich für ihren Beitrag zu diesem gelungenen und für alle beeindruckenden Ereignis! In diesem Sinne: à bientôt! 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 25. Juni 2010 um 09:19 Uhr